DSL für Lohra

Lohra (dpr). Aus allen Nähten platzte der Saal im Bürgerhaus Lohra, als sich Vertreter der Telekom, der Stadtwerke Marburg, des Ortsbeirats, der Presse und nicht zuletzt Bürgermeister Hermann Brand (SPD) einer großen Zahl interessierter Bürger aus Lohra gegenüber sahen. Das Thema des Abends, „DSL für Lohra", ist nicht neu, zieren doch seit geraumer Zeit Schilder mit der Aufschrift „DSL-freie Zone dank Deutsche Telekom" die Ortseingänge der Gemeinde.

Diskussionsrunde im Bürgerhaus blieb ohne positives Ergebnis
Telekom bleibt dabei:
Derzeit kein DSL für Lohra

Da sich eine wachsende Zahl Gewerbetreibender, aber auch Privatleute mit der inzwischen überholten „Datenschnecke ISDN" nicht zufrieden geben wollen, sei es nun an der Zeit „Nägel mit Köpfen’ zu machen, so ein Auszug aus einem Flyer der eigens gegründeten Bürgerinitiative, deren Vorsitzender Hartmut Gaul ist.

Kein Trost, dass Lohra nicht allein steht

Die Forderung fand bei den Telekomvertretern Patrick Faber und Klaus-Peter Raacke nach wie vor kein Gehör. Es sei zur Zeit technisch unmöglich, die Gemeinde Lohra als Ganzes mit der DSL-Technik zu versorgen, betonten die beiden. Dass Lohra mit dem Problem nicht alleine stehe, sei Fakt, aber zugegebenermaßen wenig tröstlich, gab Raacke zu und verwies diesbezüglich auf Kronberg im Taunus, wo man Vertreter der „Oberen Zehntausend" finde, die angesichts der fehlenden Anbindung an das DSL-Netz ähnlich aufgebracht seien, wie die Lohraner.

Technikproblem mittelfristig lösen

Allerdings arbeite die Telekom zusammen mit Siemens daran, die technischen Hindernisse mittelfristig zu lösen. Hier stelle die fehlende Reichweite das größte Problem dar. Die Idee aus dem Zuschauerraum, einen „grauen Kasten" aus Richtung der DSL-Anschlussgebiete Fronhausen

angedachte Alternative beinhalte Überlegungen zu einem 2-Wege-System via Funk. Unter höchstem Sicherheitsstandard (extrem abhörsicher mit AES-Verschlüsselung) und bei voller Bandbreite ermögliche dies eine 16-fache ISDN-Geschwindigkeit. Jeder Benutzer erhielte dabei eine Standlei­tung mit fester IP-Adresse zu einem günstigen Pauschal­preis. Auch die Nutzung mit mehreren PCs sei möglich und ausdrücklich gestattet. Das erprobte System arbeite stö­rungsfrei bei jedem Wetter. Internet-Telefonie sei selbst­verständlich auch möglich, so Koch.

Telekom-Funkmast für DSL via Funk nötig

Einziger Wehrmutstropfen: Zum Aufbau der Richtfunkstrecke von Marburg nach Lohra benötigt man momentan den Funkmast der Telekom-Tochter „Deutsche Funkturm GmbH". Nach einem vorläufigen Angebot verlangt diese eine Einmalzahlung von 41000 Euro und eine Jahresmiete von 9780 Euro bei einer Vertragslaufzeit von 10 Jahren. Dafür so einige Zuhörer, könne man auch gleich einen neuen Mast bauen. Der allerdings, so erinnerte Bürgermeister Hermann Brand (SPD) an den Streit um die Mobilfunkmasten, in der Bevölkerung auf Widerspruch stoßen könne.

Als Resümee hielt Holtus fest, dass man ein von Klaus-Peter Raacke für Mitte Januar in Aussicht gestelltes Angebot seitens der Telekom abwarten wolle. Gleichzeitig werde mit der Telekom Tochter über ein akzeptables Angebot für die Nutzung des Funkmastes in Zusammenarbeit mit den Marburger Stadtwerken verhandelt.

 

oder Gladenbach zwischen zu schalten, wurde negativ beschieden, da diese Verteilerstellen das ankommende Signal nicht verstärkten, sondern abschwächten. Vielmehr müssten etwa 23,5 Kilometer Kabel erneuert werden, was zu Kosten von 1,4 Millionen Euro führe. Diese müssten sich nach Auskunft Raackes innerhalb eines Jahres amortisieren. Diese kurz Tilgungsfrist sei ein Fingerzeig darauf, wie groß die Gewinne in den Folgejahren für die Telekom
ausfallen würden, gab ein aufgebrachter Diskussionsteilnehmer zu bedenken und traf
damit den Nerv vieler Anwesender. Die Erklärung des Telekomvertreters, dass das
Unternehmen das Investitionsrisiko trage, während her nach andere Anbieter Kunden
abzögen, stieß bei einigen Zuhörern auf Unverständnis.
So gab Benno Lackmann, Siemens-Mitarbeiter und Betreiber einer Eventagentur, zu bedenken, dass die Telekom schließlich für die Bereitstellung der Leitung bei jedem
Nutzer abkassiere.
Günter Holtus (SPD), Vorsitzender der Gemeindevertretung und Moderator des Abends, ließ als Schlussredner Stefan Koch von den Stadtwerken Marburg zu Wort kommen. Sein Thema: „DSL via Funk".

Alternative abhörsicher und störungsfrei

Die bereits im Vorfeld von  der Interessengemeinschaft