DSL für Lohra

Die Deutsche Telekom "mauert" nach wie vor in Lohra

Interessengemeinschaft kämpft weiter für den DSL-Anschluss

15.02.2005

Lohra. (drp). Den Haushaltsentwurf der Gemeinde Lohra für das Jahr 2005 nebst Investitionsprogramm für die Jahre 2004 bis 2008 diskutierte der Sozial-, Sport-, und Kulturausschusses unter der Leitung von Daniela Weller (SPD) in seiner jüngsten Sitzung. Zudem ging es um die neue Benutzungsordnung und Mietfestsetzung für die Gemeinschaftshäuser. Darüber hinaus informierte Hartmut Gaul über den aktuellen Stand der Dinge, was Lohras DSL-Anschluss betrifft.

Und das war, was die Deutsche Telekom angeht, nichts Neues. Bei der DSL-Bürgerversammlung fest zugesagte neue Unterlagen des quasi Monopolisten seien, so Gaul, nach Ablauf der selbst auferlegten Frist nicht eingetroffen. Zwischenzeitlich hat dafür die heimische Interessengemeinschaft ganze Arbeit geleistet. In Zusammenarbeit mit Stefan Koch von der Firma Hifreak in Marburg wurden technische Probleme für die DSL-Funkstrecke aus Marburg zum größten Teil ausgeräumt.

Nun ist laut Gaul eine Versorgung der Kerngemeinde vom Sportgelände Hainbuchshöhe aus geplant, was sich noch im Frühjahr realisieren ließe. Von hier aus seien auch Teile Gladenbachs erreichbar.

Ein besonderes Anliegen der Interessengemeinschaft ist es jedoch, zu verdeutlichen, dass nicht nur die Kerngemeinde, sondern alle Ortsteile in das Vorhaben eingeschlossen sind. Eigens aus diesem Grund wurde der Slogan "DSL für Lohra" nun dergestalt abgeändert, dass bei den Aktionen jeder Ortsteil namentlich vertreten ist. Auf diese Weise seien Ungereimtheiten ausgeräumt worden und eine Identifikation mit dem Projekt auf breiter Ebene möglich, machte Hartmut Gaul deutlich.

Zwei Fliegen mit einer Klappe

Tatsächlich gestalte sich die Umsetzung für das "Verstal" weitaus schwieriger, als für die Kerngemeinde, wovon man sich allerdings nicht abschrecken lassen wolle. Hier sei eine Versorgung vom "Stoßberg" bei Weipoltshausen aus möglich, wobei allerdings ein 40 Meter hoher Mast installiert werden müsste. Da die befestigte Straße am Wasserhochbehälter ende, ergebe sich zudem ein Transportproblem, das mit erheblichen Kosten verbunden sein dürfte.

Ein nützlicher Nebeneffekt dieser Variante ist nach Darstellung von Gaul die mögliche Versorgung des Verstales für den Handyempfang, der in vielen Bereichen hier zur Zeit nicht möglich ist. Hier sei nur das Freizeitzentrum in Kirchvers mit mehreren tausend Besuchern im Jahr angesprochen. Mit diesem Mast könnten auch Teile von Biebertal mit versorgt werden, von wo auch schon einige Anmeldungen eingegangen seien.

Voraussetzung für eine zügige Umsetzung des Projektes sowie einen erschwinglichen Einstiegspreis ist für den Investor eine Zahl von etwa 250 auf der eigens eingerichteten Homepage eingeschriebenen Haushalte. Bei derzeit 233 Eintragungen ist man auf dem richtigen Weg, so Gaul, jedoch könnten die Kosten mit jedem neuen Interessenten sinken. "Zwei Fliegen mit einer Klappe" ließen sich fangen, wenn sich noch ein Mobilfunkbetreiber fände, der den geplanten Mast mitnutzt und so das "DSL-Projekt" mitfinanziert.