Giessener Anzeiger vom 02.03.05

Kirchvers kommt nur per Funk ins schnelle Netz

DSL-Versorgung war ein Thema bei Bürgerversammlung

KIRCHVERS (cvg). Neben Reinigungspflichten in Bürgerhäusern und dem Transport von Kindern zum Kindergarten brannte den Kirchversern vor allem ein Thema während ihrer jüngsten Bürgerversammlung auf den Nägeln: Was wird mit dem Einzug moderner Internettechnik in den Lohraer Ortsteil, sprich: mit der Nutzung von DSL für eine zeitgemäße Nutzung des Internets. Die Telekom hatte der Gemeinde im Dezember definitiv erklärt, die Etablierung der DSL-Technik sei für sie aus wirtschaftlichen Gründen uninteressant.

"Jetzt hängt es an Ihnen, ob Sie die neue Technik nutzen können oder nicht", skizzierte Stefan Koch von der Marburger Firma "hifreak" den Kirchversern die nähere DSL-Zukunft.
 

Diese könnte, so Koch durchaus im dritten Quartal 2005 beginnen. Was es dafür braucht? Genügend verbindliche Unterschriften. "Wir gehen selbst ein hohes finanzielles Risiko ein, wenn wir die Technik dafür zur Verfügung stellen", sagte Koch. Um die Kirchverser mit DSL zu versorgen, müsse ein Richtfunkstrahl von Marburg ins Verstal gesandt werden.


Und das setze wiederum einen Empfangsmast voraus. Als Standorte für einen solchen Mast kämen entweder der Stoßberg bei Weipoltshausen Krumbach oder Langeloh in Frage. Wer DSL über Funk nutzen wolle, müsse mit Preisen zwischen 29 und 60 Euro rechnen, abhängig von der Datenmenge.

 
"Sofern kein Handy-Empfang möglich ist, können wir dies noch mit anbieten", nannte Koch die Chance, mit dem künftigen DSL-Mast auch das Handy-Loch in Kirchvers zu stopfen. Wie er sagte, sei die Funk-DSL-Lösung für die Kirchverser die einzige Möglichkeit, überhaupt ins Netz mit komfortabler Technik zu kommen. Allerdings könne im Gegensatz zur kabelgebundenen Technik keine Garantie für einen 100-prozentigen Empfang gegeben werden. "Wenn ein Baum oder ein Haus im Weg stehen, dann sieht es mit dem Empfang schlecht aus".

Wie Koch sagte, seien mit 23 Unterschriften für die verbindliche Nutzung des Funk-DSL gerade soviel zusammengekommen, dass es an der Grenze sei. Besser wären noch mehr Interessenten.

Die Funk-DSL-Technik sei auch für DSL-Interessenten aus Frankenbach, Krumbach und dem Weimarer Ortsteil Allna interessant, so Koch. Wie es auf der Seite www.lohra-dsl.de der Lohraer Kirchverser DSL-Bürgerinitiative heißt, haben sich bisher insgesamt 283 Interessenten aus Lohra, Weimar und Biebertal für die Technik entschieden.