DSL für Lohra

Schneller Internetzugang war Thema im Ortsbeirat Lohra

Bisher noch nicht genug DSL-Verträge

09.04.2005
Lohra


(en). Insgesamt 55 DSL-Verträge wurden bereits abgeschlossen, aber mindestens 30 bis 35 fehlen derzeit noch, damit die Marburger Stadtwerke in den Bau der Funkmasten in Lohra investieren und das Projekt "DSL-für Lohra" auch verwirklicht werden kann. Dies berichtete Hartmut Gaul, Ortsbeiratsmitglied und Sprecher der gleichnamigen Bürgerinitiative, in der Sitzung des Ortsbeirats Lohra am Donnerstagabend.

Derzeit herrsche unter den BĂĽrgern noch etwas Skepsis wegen der angebotenen Preise, sagte Gaul. Dabei zeige der Vergleich mit anderen Anbietern, dass man hier nicht nur "klar besser" sei als erwartet, sondern sogar mit bei den gĂĽnstigsten DSL-Angeboten ĂĽberhaupt liege.

Die fehlenden Verträge müssen indes bis spätestens Ende Mai vorliegen, damit das Projekt verwirklicht werden kann. Am Wochenende werde die Bürgerinitiative daher noch einmal eine Aktion starten, um möglichst viele Bürger zu einem Vertragsabschluss zu bewegen. Einem Antrag der Stadtwerke Marburg auf Befreiung von der Landschaftsschutzverordnung Lahn-Dill-Bergland in Zusammenhang mit dem Bauantrag für den Funkmast in der Hohl stimmte das Gremium einstimmig zu.
 

Der Weg fĂĽr DSL in Lohra ist frei:
Schneller Internet-Anschluss kommt

Gemeindevertretersitzung beschloss Bauanträge fĂĽr zwei Funkmasten / Erfolg fĂĽr BĂĽrgerinitiative (02.04.05)

Lohra. Nach langem Kampf ist es nun so weit: In Lohra sollen die Möglichkeiten fĂĽr einen schnellen Internet-Anschluss geschaffen werden. DafĂĽr gesorgt hat die Lohraer Initiative „DSL fĂĽr Lohra". 

Alle Ortsteile von Lohra, außer dem Ortsteil Reimershausen, können weder von Gladenbach noch von Fronhausen aus mit Breitbandinternet versorgt werden, da die Entfernung zu dem jeweiligen Knotenpunkt zu weit entfernt ist. Deshalb sammelte die Initiative im Frühjahr 2004 etwa 500 Unterschriften von an DSL-Leitungen interessierten Bürgern und ließ diese im März 2004 über Bürgermeister Hermann Brand der T-Com zukommen. Zwischenzeitlich sprachen sich der Ortsbeirat Lohra und alle politischen Gremien der Gemeinde Lohra für eine Unterstützung dieser Initiative aus. Da bis September 2004 keine befriedigende Antwort von T-Com vorlag, um die Möglichkeit einer DSL-Nutzung zu geben, wurde der Initiativkreis erweitert und eine Bürgerinitiative gegründet sowie eine Homepage (www.lohra-dsl.de) eingerichtet. In der Folge wurden zahlreiche Aktionen durchgeführt und viele potenzielle Anbieter auf die Versorgung in Lohra angesprochen.

Im Dezember gab es eine Veranstal­tung, an der hochrangige Vertreter von T-Com und ein nicht netzgebundener Anbieter (Firma hifreak im Auftrag der Stadtwerke Marburg) sowie andere Vertreter vor mehr als 120 Besuchern teilnahmen. T-Com wollte die Sache noch einmal durchrechnen und eventuell Modelle vorschlagen. Ein Ergebnis sollte bis Mitte Januar dieses Jahres vorliegen. 

Die Firma hifreak stellte eine DSL-Lösung über Funk vor, die man bei Desinteresse von T-Com verwirklichen könnte, wenn genügend Interesse (abgeschlossene Verträge) vorhanden ist. Da sich T-Com bis Mitte Januar nicht meldete, vereinbarte man dann mit der Firma hifreak, konkrete Planungen der DSL-Versorgung für Lohra durch die Stadtwerke Marburg als Anbieter vorzunehmen. Mittlerweile steht das Konzept. Bauan­träge wurden dieser Tage im Gemeinde­parlament behandelt und diese für zwei Funkmasten zur DSL-Versorgung (W-DSL) von Lohra beschlossen. Bei 24 Ja-, keiner Nein-Stimme und vier Enthaltungen wurde den Bauanträgen zugestimmt.

Einige Zeit in Anspruch nahm die Diskussion ĂĽber die Funkbelastung ein, die von diesen Masten ausginge, was aber zu vernachlässigen sei, da diese um den Faktor 1000 geringer sei als beispielsweise der Handybetrieb, wobei man die nötigen Antennen mit Sicherheit nicht am Ohr oder GĂĽrtel trage. 

So ist auch die Investitionsentscheidung - vorbehaltlich ausreichender Vertragsunterschriften - getroffen. Wie auf der Homepage der Initiative (www.lohra-dsl.de) ersichtlich ist, haben sich bis jetzt ĂĽber 300 ernsthaft Interessierte dort eingetragen.

Start in Kerngemeinde ist fĂĽr das zweite Quartal geplant

Mit dem Ausbau wird im Ortsteil Lohra gestartet, wobei der Betrieb noch im zweiten Quartal 2005 geplant ist, die Versorgung in den ĂĽbrigen Ortsteilen ist im 3. Quartal vorgesehen. Ein solches Projekt in dieser Größe, mit dieser Technik, Leistung und Sicherheit in einer solch kurzen Zeit zu realisieren, ist in Deutschland bisher einmalig. Die Stadtwerke Marburg entschieden sich mit der Initiative angesichts der groĂźen Fläche des Versorgungsgebietes und der groĂźen Interessentenzahl fĂĽr eine Lösung, die folgende Merkmale aufweist: 

• Funktechnik speziell für die Breitband-Internetversorgung im Außeneinsatz designt,

• große Reichweiten (einige Kilometer),

• keine Störung durch private WLANs, da anderer Frequenzbereich,

• zuverlässige Verbindungsqualitäten auch bei vielen Teilnehmern, auch für Firmenkunden geeignet

• sichere Verschlüsselung (AES),

• lizenzfrei,

• trotzdem auch fĂĽr Privatkunden noch akzeptable Preise. 

Eines der größten Projekte zur Breitband-Internetversorgung

Die geplante Breitband-Internetversor­gung per Funk in Lohra und Umge­bung dürfte hinsichtlich der Fläche und Teilnehmerzahl eines der größten, wenn nicht das größte Projekt im Bun­desgebiet im Privatkundenbereich mit dieser professionellen Technik sein. In Schweden versorgt diese Technik in einem auch relativ dünn besiedelten Gebiet schon über 2.000 Kunden. Weitere Informationen und technische Einzelheiten gibt es auf der Homepage der Initiative, lohra-dsl.de. Ansprech­partner ist Hartmut Gaul, Sprecher der Bürgerinitiative „DSL für Lohra" (hartmut-gaul @lohra-dsl.de, Tel. 06462/6433).