DSL für Lohra

Stadtwerke könnten Wunsch erfüllen
Nach Infoveranstaltung über fehlende Datenverbindung DSL hoffen Lohraer auf schnelle Lösung

sagten, sie seien durchaus bereit, eine Einrichtungsgebühr von 500 Euro zu zahlen. Die „T-Com" gehe von einer un­realistischen Rechnung aus, wenn sie erwarte, dass sich eine Investition von 1,4 Millionen Euro innerhalb eines Jah­res amortisiere, hieß es im Publikum.
Zurzeit könnte die „T-Com" 34 Millio­nen Haushalte in Deutschland mit DSL versorgen, sagte Raacke. Vorrangiges Ziel der Gesellschaft sei es, Anschlüsse dort zu verkaufen, wo die Technik schon bereit steht.
Die Lohraer warfen dem „T-Com"-Ver­treter vor, er stelle eine kurzfristige Rechnung auf. Wenn die Telekom in Lohra kein Entgegenkommen zeige, werde sie viele Kunden verlieren. Neue Hoffnung auf DSL in Lohra weckte Stefan Koch von der Firma „Hi-freak", die zu den Stadtwerken Marburg gehört.

Die Bürgerinitiative „DSL für Lohra" lud zu einer Diskussion mit „T-Com" und Stadtwerken Marburg ein. Etwa 100 an DSL interessierte Lohraer folgten dieser Einladung. Klaus-Peter Raacke, Leiter im Vertriebsmanagement für „T-Com" -Privatkunden Niederlassung Mit­te, war zwar beeindruckt von der großen Besucherzahl, weckte jedoch keine falschen Hoffnungen.

von Carina Seicker

Mit dem gegenwärtigen Stand der Technik bestehe für die „T-Com" keine Möglichkeit, DSL in Lohra und Ortsteilen anzubieten. Reimershausen sei die einzige Ausnahme. Seit Beginn des DSL-Ausbaus in Deutschland habe die Telekom Tochtergesellschaft bereits fünf Millionen Anschlüsse eingerichtet. Die Lohraer Problematik sei bundesweit einzigartig: Die Entfernung zwischen den nächstgelegenen DSL-Netzknoten (Gladenbach und Fronhausen) und Lohra sei zu groß, eine Übertragung durch Kupferkabel auf diese Entfer­nung nicht möglich.
Die „T-Com" müsste laut Raacke fast 24 Kilometer Hauptkabel wechseln, um DSL in Lohra bieten zu können. Kosten: 1,4 Millionen. „Diese Investition müsste sich innerhalb eines Jahr für uns rech­nen", sagte Raacke. Mit den Aussagen Raackes gaben sich viele Besucher nicht zufrieden. Bürger aus verschiedenen Ortsteilen äußerten ihre Empörung darüber, dass die „T-Com" eine solche Investition in Lohra nicht für rentabel halte. Etliche

Professor Günter Holtus, der die Diskussion umsichtig moderierte, fasste am Ende für die Zuhörer ein Ergeb­nis zusammen. „Hifreak" erklärte sich bereit, weiter mit der Telekom über die Nutzung des Funkturm zu verhandeln. Stefan Koch sagte zu, dass er das Kon­zept über die Funk-Datenverbindung, das er bislang nur auf den Kernortsteil bezog, auch auf die anderen Ortsteile ausdehnen wolle, falls dort ausreichend Nachfrage bestehe. Die Lohraer Bürgerinitiative nimmt dafür Anmeldungen auf ihrer Homepage entgegen (www.lohra-dsl.de).
T-Com"-Vertreter Klaus-Peter Raacke sagte zu, er werde den Lohraer im Januar eine Investitionsrechnung über die Einrichtung von DSL vorlegen. Dann könne man erneut diskutieren.

Über einen bestehenden Funkturm der Telekom könnte „Hifreak" zumindest im Kernortsteil eine DSL-ähnliche Datenverbindung einrichten. Kun­den brauchten allerdings Sichtkontakt zu dem Funkturm auf dem „Esseberg" und müssten eine kleine Antenne an ihrem Haus installieren.

Der Wermutstropfen: „Hifreak" müsste den Funkturm von der Telekom mie­ten. Das Angebot dafür sei so hoch, dass es wohl günstiger wäre, selbst einen Turm zu bauen, sagte Koch. Etliche Diskussions-Teilnehmer griffen den „T-Com"-Vertreter daraufhin scharf an: Wenn die Telekom selbst kein DSL in Lohra einrichten könne, möge sie anderen Anbietern wenigstens entgegen kommen. Gemeindevertretungsvorsitzender