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Die Deutsche Bundespost

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Sieben Wege Kurhessische Grenze Der Postraub in der Subach Infrastruktur in Lohra Lahn-Dill-Bergland Die Deutsche Bundespost Zukunft für das Hinterland

Das Telefonnetz der Deutschen Bundespost

Und noch ein paar Zeugen der Vergangenheit...

Nicht nur für die Postkutsche von 1822, sondern auch heute noch ist die Route über die Sieben Wege eine wichtiger Teil der Infrastruktur für Lohra und seine Ortsteile. Wer am Mornshäuser Grenzgang oder an der Eröffnung der Postraubroute teilgenommen hat, dem sind nicht nur die historischen Grenzsteine, sondern vielleicht auch die BP Markierungsteine aufgefallen. Diese Markierungsteine findet man entlang der gesamten Wanderstrecke von Mornshausen über Seelbach nach Rodenhausen

Das BP steht für die Bundespost, genauer die Deutsche Bundespost. Die Steine markieren den Verlauf der Telefonleitung von Gladenbach nach Seelbach, Rollshausen und Rodenhausen. Die Telefonleitung wurden vor vierzig Jahren vom damaligen Fernmeldeamt der Deutschen Bundespost verlegt und der Verlauf mit diesen Steinen markiert. 

Wer oder was ist die Deutsche Bundespost?

Die Deutsche Bundespost gehört bereits zur Geschichte. Diese staatliche Behörde wurde 1947 als Nachfolger der Reichspost gegründet und trägt seit 1950 den Namen Deutsche Bundespost. Als bundesweite Behörde war sie nicht nur für den Brief- und Paketdienst zuständig (Gelbe Post). Auch für viele weitere Dienste, für die der Staat eine flächendeckende Verteilung von Postämtern benötigte, wie etwa der Postrentendienst bzw. Postsparkassendienst (Blaue Post). Im Vergleich dazu spielte der Fernmeldedienst und Telegrafendienst (Graue Post) eine eher untergeordnete Rolle. Erst mit der zunehmenden Verbreitung von Funk und Fernsehen wurde die Graue Post mit dem Betrieb der Rundfunksendeanlagen immer wichtiger. Auch mit dem Aufbau und Betrieb des Kabelfernsehnetzes sowie eigener Nachrichten- und Fernsehsatelliten wuchs in den 1980'ern die Bedeutung des Fernmeldeamtes

Kennzeichen dieser staatstragenden Verantwortung der Deutsche Bundespost war die Verpflichtung, auch die entlegendsten Wohnorte mit Briefen, Nachrichten oder Rentenzahlungen zu versorgen, wie z.B. die Bevölkerung auf den ostfriesischen Halligen oder den hintersten Almen in den Alpen.

In der ersten Postreform von 1989 wurde die Deutsche Bundespost von einer Behörde in drei "öffentliche Unternehmen" umgewandelt, die Deutsche Bundespost – Postdienst (Gelbe Post), die Deutsche Bundespost – Postbank (Blaue Post) und die Deutsche Bundespost – Fernmeldedienst (Graue Post). Diese Geschäftsbereiche wurden im Rahmen der zweiten Postreform 1994 privatisiert und in drei Aktiengesellschaften umgewandelt, die Deutsche Post AG, die Deutsche Postbank AG und die Deutsche Telekom AG. Mehrheitsaktionär dieser Aktiengesellschaften ist bis heute die Bundesrepublik Deutschland. Nach der Auflösung des Bundesministeriums für Post und Telekommunikation übernahm ab 1998 die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (Reg TP) (jetzt Bundesnetzagentur) die Aufgaben zur Sicherstellung der staatlichen Aufgaben im Postwesen und bei der Telekommunikation. Zudem übt die Bundesregierung über die Aufsichtsräte Einfluss auf die Aktivitäten der ehemals staatstragenden Unternehmen aus.

Mit der Privatisierung hat die Bundesregierung die volkswirtschaftliche Verpflichtung der Deutschen Bundespost aufgegeben. Im Bewusstsein der bundesdeutschen Bevölkerung geht man weiterhin "zur Post", um Pakete zu verschicken, einen Telefonanschluss zu beantragen oder die Rente abzuholen. Im Bewusstsein der Aktionäre (und der davon beauftragten Manager) ist diese volkswirtschaftliche Aufgabe dagegen vollkommen verloren gegangen. Nach rein betriebswirtschaftlichen Konzepten wurden die Postämter auf den Dörfern in "Postagenturen" (bei Tante Emma) umgewandelt und vielerorts ganz geschlossen. Die geerbten Telefonleitungen werden auf dem flachen Land weiterbetrieben, aber nicht für die gestiegenen Anforderungen modernisiert.

Was hat die Deutsche Bundespost mit den Sieben Wegen zu tun?

Mit der rasanten Verbreitung der ADSL Technik seit 1999 bzw. ADSL2 seit 2005 genügt die vorhandene Telefonleitung über die Sieben Wege nicht mehr den technischen Anforderungen. Wegen der Länge von über 6 km reicht der Querschnitt der vor vierzig Jahren verlegten Leitungen dafür nicht mehr aus. Eine Modernisierung der Leitungen wäre dringend überfällig, aber für die Nachfolger der Bundespost, die Deutsche Telekom und deren Wettbewerber, unter Renditeaspekten nicht interessant.

Warum ist es der Deutschen Telekom im Jahre 2008 nicht möglich, was der Deutsche Bundespost in den 60er Jahren offensichtlich möglich war?

Wie hat die Deutsche Bundespost damals die Kabelverlegung finanziert? Und warum ist das der Deutschen Telekom zu teuer?

Mit der Privatisierung des Fernmeldeamtes wurde der Aufbau des Kabelfernsehnetzes in Lohra jäh beendet. Damals waren nur in wenigen Straßen im Kernort Lohra Kabel verlegt. Alle anderen Straßen sowie die Ortsteile von Lohra warten seitdem auf den weiteren Ausbau durch private Firmen. Die Trasse über die Sieben Wege, entlang der alten Telefonleitung, wäre die naheliegende Route zur Versorgung des Krebsbachtals. Diese Investition rechnet sich für die Nachfolger der Bundespost, die Kabel Deutschland, bzw. iesy und Unitymedia nicht. Eine flächendeckende Ausbaupflicht, wie in einigen Nachbarländern, gibt es in Deutschland nicht. Nun ja, Satellitenfernsehen ist im Vergleich dazu flächendeckend verfügbar und für den Fernsehkunden auch kostengünstiger.

Warum baut Unitymedia das Kabelnetz nicht flächendeckend aus? Warum haben die eine Konzession zum Rosinenpicken bekommen?

Auch für den Aufbau eines Mobilfunksenders bietet sich der Höhenrücken rund um die Sieben Wege an. Von hier lässt sich nicht nur das Salzbödetal, sondern auch das Krebsbachtal und das Verstal mit Mobilfunk versorgen. Ohne Handyempfang (GSM) sind die Ortsteile Rodenhausen und Seelbach in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung derzeit stark benachteiligt. Und ohne UMTS/HSPDA Sender sind auch alle anderen Ortsteile vom Stand der Technik ausgeschlossen.

Wann werden T-Mobile, Vodafone und E-Plus es es endlich schaffen, die vielen Funklöcher zu schließen? Und wann wird auch in Rodenhausen das schnelle UMTS verfügbar sein? Müssen wir darauf weitere 10 Jahre warten?

Es gibt in Deutschland viele Gemeinden, die genau wie Lohra, vom technischen Fortschritt abgehängt sind. Ohne eine moderne Infrastruktur wird Lohra in Zukunft der wirtschaftlichen Entwicklung noch weiter hinterherhinken. Und damit viele Bewohner zum Abwandern gezwungen.

Damit sind die Sieben Wege ein Sinnbild für die Infrastruktur auf dem Land.

 

Weitere Betrachtungen rund um die Sieben Wege gibt's demnächst an dieser Stelle.

forum.lohra-wiki.de Im Forum darf weiter über die Sieben Wege gerätselt werden.